Intention Setting als innerer Kompass im Job
Viele starten ins neue Jahr mit einer Liste von Zielen. Mehr Sport, weniger Stress, besser priorisieren, endlich das eine Projekt abschliessen. Ziele sind hilfreich, weil sie messbar sind und Dir einen klaren Rahmen geben. Gleichzeitig kann genau dieser Ergebnisfokus Druck erzeugen, besonders dann, wenn der Alltag dazwischenfunkt.
–
Intention Setting setzt früher an. Nicht bei der Frage, was Du später erreicht haben willst, sondern bei der Frage, wer Du heute im Arbeitskontext sein möchtest. Eine Intention ist wie ein innerer Kompass. Sie erinnert Dich daran, wie Du Deinen Weg gehen willst, auch wenn sich Termine, Prioritäten und Anforderungen ständig verändern.
Ziele geben Struktur, Intentionen geben Richtung
Stell Dir Ziele wie einen Zielort auf der Karte vor. Du weisst, wohin Du willst. Intentionen sind das, was Deine Art zu reisen beschreibt. Mit welcher Haltung gehst Du los, wie triffst Du Entscheidungen unterwegs, wie reagierst Du, wenn Umwege kommen.
–
Ein Ziel im Job könnte sein: Du willst einen Workshop moderieren, ein Angebot fertigstellen oder ein Teammeeting effizienter machen. Das ist gut, weil es Orientierung schafft.
–
Eine Intention ergänzt das Ziel um die Qualität Deines Handelns. Zum Beispiel:
Ziel: Workshop moderieren
Intention: Ich bin präsent, neugierig und höre die Gruppe wirklich
Beides zusammen wirkt stark: Das Ziel gibt Struktur, die Intention sorgt dafür, dass Du nicht nur Aufgaben abarbeitest, sondern stimmig handelst. Viele merken genau hier den Unterschied zwischen produktiv sein und wirksam sein.
Hinweis: Dieses Bild wird mithilfe von KI generiert.
Intentionen beginnen im Jetzt und nicht im Ergebnis
Ziele liegen in der Zukunft. Intentionen leben im Moment. Das verändert sofort Deinen Fokus.
–
Wenn Du nur auf das Ergebnis schaust, kann schnell ein innerer Kommentar auftauchen: Reicht das, bin ich schnell genug, mache ich es richtig. Das kann motivieren, aber oft kippt es in Druck.
–
Intentionen setzen auf den Zustand, den Du erleben willst. Sie sind positiv formuliert und im Präsens, so als wäre es bereits wahr. Damit werden sie zu einem kleinen inneren Satz, der Dich im Tagesgeschäft wieder einfängt.
–
Praktische Beispiele für den Arbeitsalltag:
Statt: Ich will weniger gestresst sein
Besser: Ich arbeite mit Klarheit und Ruhe, auch wenn es voll istStatt: Ich will effizienter werden
Besser: Ich entscheide bewusst, was wichtig ist, und sage freundlich NeinStatt: Ich will mich in Meetings mehr durchsetzen
Besser: Ich spreche klar aus, was ich sehe und was ich brauche
Ziel: Workshop moderieren
Intention: Ich bin präsent, neugierig und höre die Gruppe wirklich
Beides zusammen wirkt stark: Das Ziel gibt Struktur, die Intention sorgt dafür, dass Du nicht nur Aufgaben abarbeitest, sondern stimmig handelst. Viele merken genau hier den Unterschied zwischen produktiv sein und wirksam sein.
Der Werte Check: Warum Dein Warum über Dranbleiben entscheidet
Damit Intentionen nicht nach zwei Wochen verpuffen, brauchen sie ein Fundament. Dieses Fundament sind Deine Werte. Werte sind nicht nett klingende Worte an der Wand, sondern Deine persönliche Logik dafür, was Dir wichtig ist und was sich stimmig anfühlt.
–
Wenn Du Deine Werte kennst, wird Intention Setting plötzlich leicht. Denn Du musst nicht immer wieder überlegen, was Dir richtig ist. Du prüfst nur noch kurz: Passt das zu dem, was mir wichtig ist.
–
Ein Mini-Vorgehen für den Werte-Check:
Wähle einen Wert (oder bis zu 5 Werte), der Dir im Job wirklich wichtig ist, zum Beispiel Verbindung, Klarheit, Freiheit, Kreativität, Verlässlichkeit
Frag Dich: Woran würde ich heute merken, dass ich diesen Wert lebe?
Formuliere daraus eine Intention in einem Satz
Beispiel:
Wert: Verbindung
Alltagsmerkmal: Ich gehe aktiv in ehrliche Gespräche, statt mich zu verkriechen
Intention: Ich pflege aufrichtige Beziehungen und spreche Dinge respektvoll an.
–
Im Team wird es noch spannender: Wenn Ihr Eure Werte sichtbar macht, entsteht schneller Verständnis für unterschiedliche Arbeitsstile. Entscheidungen werden einfacher, weil Ihr nicht nur über Maßnahmen sprecht, sondern über die Haltung dahinter.
3 schnelle Fragen an Nicole Keitel
Nicole arbeitet bei Grubengold sowohl an Personalthemen als auch im Bereich Innovation und Design Thinking. Hier ein gekürzter Auszug aus ihrem Blick auf Intention Setting.
Fazit: Haltung macht den Unterschied
Wenn Du nur Ziele setzt, kann es passieren, dass Du zwar ankommst, aber unterwegs den Kontakt zu Dir selbst verlierst. Intention Setting bringt Dich zurück ins Hier & Jetzt und macht Dein Handeln bewusst.
–
Ein guter Start ist das einfache 15 Minuten Vorgehen:
Ausrichtung: Wer möchtest Du in diesem Jahr im Job sein, welche Werte und Gefühle sollen Dich prägen
Fokus: Worauf lenkst Du Deine Energie primär, zum Beispiel Zusammenarbeit, Gesundheit, Projekte, Beziehungen
Essenz: Welches Wort oder welcher kurze Satz fasst das zusammen
–
Schreib Dir am Ende maximal drei Intentionen auf und mach sie sichtbar. Dann verknüpfst Du sie mit kleinen Routinen:
Morgens laut lesen
Beim Kaffeekochen kurz erinnern
Abends eine Minute reflektieren, was heute dazu gepasst hat
–
Und wenn Du es mal vergisst: Das ist kein Scheitern. Du korrigierst einfach den Kurs und startest im nächsten Moment neu. Genau darin liegt die Stärke von Intentionen als Kompass im Arbeitsalltag.
–
Wenn Du möchtest, formuliere ich Dir aus zwei bis drei Werten direkt drei passende Intentionen, inklusive konkreter Mikro Routinen für Deinen Arbeitskontext.