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ISO 9001: Qualitätsmanagement und Zertifizierung

ISO 9001: Qualitätsmanagement und Zertifizierung

Was ist das?

ISO 9000 ist eine Gruppe von Normen des Qualitätsmanagements von Produkten und Dienstleistungen. Ein gutes Qualitätsmanagement ist ausschlaggebend, um den Kriterien globalisierter Märkte genauso gerecht zu werden wie den Anforderungen der eigenen Mitarbeiter:innen. Es ist außerdem ausschlaggebend, um die Bedürfnisse der Verbraucher:innen und weiteren Interessengruppen zu erfüllen. 

Die ISO-Standards

Die ISO (International Organization for Standardization) bringt Expert:innen zusammen, fördert den Wissensaustausch sowie die Entwicklung freiwilliger internationaler Normen. Hierdurch wollen sie zu Innovationsförderung und Problemlösung bezüglich internationaler Herausforderungen beitragen. Durch Standardisierung soll für Verbraucher:innen und marktrelevante Akteur:innen eine vereinfachte Orientierung erreicht sowie eine bessere Überprüfbarkeit der Qualität von Produkten und Dienstleistungen ermöglicht werden.  

Die ISO 9000-Normen 

Seit den 1970er Jahren werden Normen im Bereich Nachhaltigkeit entwickelt. Seit Ende der 1980er Jahre gibt es die Gruppe der ISO 9000-Normen. Diese Normen vereinheitlichen Qualitätsstandards. Dabei ist ISO 9001 die einzige Norm, nach der auch zertifiziert werden kann. Das Regelwerk legt Richtlinien für das Qualitätsmanagement fest. Für eine erfolgreiche Zertifizierung nach ISO 9001 muss ein Unternehmen … 

  • … nachweisen, dass die angebotenen Dienstleistungen und Produkte den gesetzlichen Anforderungen sowie den Kund:innenanforderungen  entsprechen sowie … 

  • … die Prozesse verdeutlichen, immer weiter an Qualitätsverbesserungen zu arbeiten, die Anwendung immer weiter zu verbessern, den Bedürfnissen der Kund:innen sowie den gesetzlichen Vorgaben weiterhin gerecht zu werden. 

Das Unternehmen muss also nachweisen, dass es den Anforderungen interner externer Anspruchsgruppen entspricht. 

In der DIN EN ISO 9000 sind sieben Prämissen des Qualitätsmanagements festgelegt,  die für ISO 9001 grundlegend sind. Sie bilden den Rahmen für ein Qualitätsmanagementsystem, das der Norm entspricht: 

  • Nachhaltiger Erfolg und Kund:innenorientierung

  • Engagement und Beteiligung von Personen

  • Leadership und Führung 

  • Faktenbasierte Entscheidungsfindung 

  • Allgemeine Verbesserung 

  • Beziehungsmanagement

  • Prozessorientierte Ansätze

Mit Maßnahmen in diesen Dimensionen sollen die Qualitätsziele erreicht werden. 

Dabei folgen die ISO 9001-Vorgaben einer Reihe von Grundprinzipien: 

  • Kontextorientierung 

    • Der Umgang mit den ISO 9001-Vorgaben orientiert sich am Kontext der Organisation. Interne und externe Prozesse müssen hinsichtlich ihres Zwecks sowie ihrer strategischen Ausrichtung auf die Unternehmensziele überwacht werden. Das Qualitätsmanagementsystem des Unternehmens muss flexibel auf Veränderungen reagieren können. 

  • Prozessorientierung 

    • Hier stehen alle qualitätsrelevanten Aspekte im Fokus. Im Zuge der Qualitätspolitik nach ISO 9001 müssen Wechselwirkungen und Zusammenhänge aller qualitätsrelevanten Prozesse transparent offengelegt werden. Hierfür muss folgendes gewährleistet sein: 

      • Transparente Ziel- und Aufgabenformulierung

      • Transparente Definition von Zuständigkeit und Schnittstellen

      • Bereitstellung und Zugang der nötigen Mitteln

      • Prozessüberwachung

      • Evaluation 

      • Identifikation von Chancen und Risiken 

    • Hierfür kann ein gutes Ressourcenmanagement hilfreich sein, das an die Geschäftsprozesse angegliedert ist. 

  • Verbesserung und Optimierung 

    • Die stetige Verbesserung von Prozessen ist ein Grundprinzip der ISO 9001-Regeln.

  • Risikomanagement 

    • Risiken und deren Auswirkungen sollen in allen Geschäftsbereichen stets mitgedacht werden. Dies ermöglicht einerseits einen bewussten Umgang mit Risiken und stärkt andererseits die Fähigkeit, Chancen als wichtige Möglichkeiten der Weiterentwicklung zu begreifen. Das schafft Sicherheit im Wettbewerb.  Die Forderungen der ISO 9001 verfolgen einen risikobasierten Ansatz. 

ISO 9001 und Nachhaltigkeitsziele (SDG’s)

Mit diesen Anforderungen möchte die ISO vier Nachhaltigkeitszielen der UN (Sustainable Development Goals, abgekürzt: SDG’s) gerecht werden: 

  • SDG 1: Keine Armut 

  • SDG 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur

  • SDG 12: Verantwortungsvoller Konsum und Produktion 

  • SDG 14: Leben unter Wasser

Unternehmensspezifische Aspekte der SDG’s sollten in die Unternehmensziele aufgenommen und in der Praxis umgesetzt werden. 

Die Richtlinien nach ISO 9001 werden alle fünf Jahre auf Bestand sowie Aktualität überprüft und gegebenenfalls angepasst. 

 

Zertifizierung nach ISO 9001 

Die Zertifizierung nach ISO 9001 können Organisationen jeder Größe durchführen. Auch der konkrete Tätigkeitsbereich des Unternehmens ist für die Zertifizierung unerheblich. Eine Prüfung und Zertifizierung nach ISO 9001 ist freiwillig. Die ISO 9001 Auditing Practices Group unterstützt den Prozess der Zertifizierung und Auditierung. 

 

Entsprechen die Tätigkeiten eines Unternehmens den Anforderungen nach ISO 9001 hat das vielfach positive Auswirkungen auf viele Bereiche: 

  • Die Zufriedenheit der Kund:innen wir verbessert 

  • Innerhalb des Unternehmens findet eine nachhaltige Prozessoptimierung statt 

  • Effizienzsteigerung hat Kostenreduktion zur Folge 

  • Mit organisationsinternem Wissen wird systematisch umgegangen 

All das kann durchaus eine Steigerung der Leistung zur Folge haben. Das Ziel der  ISO 9001-Richtlinie ist damit eine Prozessoptimierung intern und das Entsprechen von Erwartungen und Vorgaben extern. Bei Einhaltung der Verordnung kann das ISO 9001-Zertifikat vergeben werden. Dieses ist drei Jahre gültig. 

ISO und Nachhaltigkeitsmanagement

Die ISO 9001 hat das Qualitätsmanagement im Blick. Nachhaltigkeits- und Umweltmanagement wird von der ISO 14001 abgedeckt. Die Normenfamilie ISO 14001 sind die Umweltnormen unter den ISO-Regelungen. Zentrale Aspekte sind Umweltbewusstsein, Umweltschutz und ein wirksames Umweltmanagementsystem, Ressourcen und Ressourcenmanagement, Umweltauswirkungen des eigenen Wirtschaftens, Aus- und Aufbau einer nachhaltige Abfallwirtschaft, Reduktion des Energieverbrauchs, Ökobilanzen der eigenen Organisation sowie der Lieferant:innen, umweltfreundliche Investitionen sowie eine Verbesserung der Umweltqualität. Genau wie die ISO 9001-Norm ist auch die ISO 14001 für Organisationen jeder Größe und jeden Typs (Produktions- wie Dienstleistungsunternehmen) geeignet. Die beiden ISO-Standard gleichen sich auch im Zertifizierungsprozess. Beide sind prozessorientiert. Die Einhaltung der Nachhaltigkeitsstandards sowie der Richtlinien für das Qualitätsmanagement sind eine stetige Bemühung und keine einmalige Anstrengung. Beide Standards setzen Transparenz, eine strukturierte Umsetzung und eine gute Dokumentation voraus. Aus Sicht des Unternehmens ist die eigene Arbeit nach ISO-Standards ein Zugewinn: Begriffe wie Qualitäts- oder Umweltmanagement erhalten Konsistenz und können in der Praxis gewinnbringend umgesetzt werden. 

 

Quellen 

https://www.iso.org/standard/62085.html, letzter Aufruf: 19.10.2022. 

https://www.dqsglobal.com/de-de/zertifizieren/iso-9001-zertifizierung?gclid=CjwKCAjwwL6aBhBlEiwADycBIDeUZRC0TV6Ppo52DVuweaE-m5QyOb1h5518ST46wqQUqdM0iR3Y2xoCymQQAvD_BwE, letzter Aufruf: 20.10.2022. 

https://de.wikipedia.org/wiki/ISO_9001#Grundprinzipien_der_ISO_9001, letzter Aufruf: 20.10.2022.

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