Euer:e Kund:in fordert EcoVadis – und jetzt? Das Rating ist längst zum Standard in der Lieferkette geworden: Über 150.000 Unternehmen in 185 Ländern nutzen es, um ihre Nachhaltigkeitsleistung transparent nachzuweisen. Hier erfahrt Ihr, was dahintersteckt, was es kostet und worauf Ihr Euch vorbereiten müsst.
Was ist EcoVadis?
Seit 2007 bewertet EcoVadis, wie ernst es Unternehmen mit Nachhaltigkeit meinen – und macht das vergleichbar. Der Ablauf: Unternehmen füllen einen Fragebogen aus, laden Belege hoch und bekommen auf dieser Basis einen Score. Wer eine bestimmte Punktzahl erreicht, bekommt eine Medaille.
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Das ist kein nettes Zertifikat für die Website – sondern für viele Unternehmen die Voraussetzung dafür, überhaupt in Ausschreibungen zu kommen oder als Zulieferbetrieb akzeptiert zu werden.
Wie funktioniert das Rating?
Bewertet wird in vier Feldern: Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik und nachhaltige Beschaffung. Konkret heißt das zum Beispiel: CO₂-Emissionen, Arbeitssicherheit, Korruptionsprävention, Anforderungen an eigene Zulieferbetriebe.
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Insgesamt gibt es 21 Kriterien – aber nicht alle sind für jedes Unternehmen gleich gewichtet. Was für Euch zählt, hängt von Branche, Größe und Land ab.
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Einen entscheidenden Punkt solltet Ihr von Anfang an einplanen: Alle Angaben müssen durch Dokumente belegt sein, die mindestens zwei Monate vor der Bewertung entstanden sind. Wer ein Umweltmanagementsystem angibt, muss es nachweisen – und zwar nicht mit etwas, das extra für EcoVadis erstellt wurde.
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Voraussetzungen und Kriterien für ein EcoVadis-Rating
Bei dem EcoVadis-Rating werden Unternehmen anhand einer datengesteuerten Bewertungsmethode analysiert. Um eine Bewertung zu erhalten, müssen Unternehmen bestimmte Voraussetzungen erfüllen und umfassende Informationen zu ihren Nachhaltigkeitspraktiken bereitstellen.
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In diesem Abschnitt werden wir genauer darauf eingehen, welche Kriterien dabei berücksichtigt werden und warum es wichtig ist, über eine gut strukturierte Nachhaltigkeitsstrategie zu verfügen.
Datengesteuerte Bewertung in den Bereichen Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Beschaffung und Ethik
Um eine EcoVadis-Bewertung zu erhalten, müssen Unternehmen bestimmte Voraussetzungen erfüllen – na klar! Eine wesentliche Voraussetzung ist der Zugang zu relevanten und umfassenden Daten zu den Nachhaltigkeitspraktiken und -maßnahmen des Unternehmens.
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Diese Daten werden in einem umfangreichen Fragebogen erfasst. Dabei werden verschiedene Kriterien in den Bereichen Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Beschaffung und Ethik abgedeckt.
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Damit die Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung durch EcoVadis möglichst aussagekräftig wird, ist es wichtig, dass Unternehmen über ausreichende und detaillierte Informationen verfügen: eine gut strukturierte und dokumentierte Nachhaltigkeitsstrategie sowie transparente Praktiken und Maßnahmen z. B. in Form eines Nachhaltigkeitberichts sind unerlässlich.
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Ohne eine angemessene Dokumentation und Transparenz wird die Nachhaltigkeitsleistung nicht umfassend bewertet, was zu einem schlechteren Score und damit zu einem schlechteren Ergebnis führt. Deshalb ist es für Unternehmen wichtig, ihre Nachhaltigkeitsbemühungen genau zu dokumentieren und offenzulegen, um eine umfassende und aussagekräftige Bewerbung durch EcoVadis zu erhalten.
Kosten und Auszeichnungen der EcoVadis-Bewertung
Wie sieht die Kostenstruktur bei EcoVadis aus? Können sich kleinere Unternehmen diese Bewertung überhaupt leisten? Auf genau diese Punkte gehen wir im folgenden Abschnitt genauer ein. Außerdem erklären wir, was es mit dem EcoVadis Gold-Status auf sich hat. Also aufgepasst – jetzt sprechen wir über die Kosten!
Kosten der EcoVadis-Bewertung
Die EcoVadis-Bewertung ist mit Kosten verbunden, die je nach Unternehmensgröße und gewähltem Abonnement variieren. Die Preise beginnen bei 460 Euro jährlich mit einem Basiszugang und können je nach zusätzlichen Leistungen und Unterstützung mehrere tausend Euro pro Jahr betragen.
Was ist der EcoVadis Gold-Status?
EcoVadis Gold ist eine Auszeichnung, die Unternehmen erhalten können, wenn sie einen hohen Score und eine besonders gute Nachhaltigkeitsleistung aufweisen. Nachdem die Platinum-Auszeichnung (1 % aller Unternehmen) vor Kurzem eingeführt wurde, ist die Gold-Auszeichnung die zweithöchste Auszeichnung innerhalb des EcoVadis-Ratingsystems und zeigt, dass das Unternehmen herausragende Maßnahmen zur Förderung von Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung ergriffen hat.
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Der Gold-Status signalisiert Kund:innen und Geschäftspartner:innen, dass das Unternehmen überdurchschnittliche Leistungen in Bezug auf Nachhaltigkeit und verantwortungsvolles Handeln erbringt. Es ist ein wichtiges Aushängeschild und bietet Wettbewerbsvorteile auf dem Markt.
Was EcoVadis leisten kann – und wo Grenzen liegen
EcoVadis hat einen klaren Mechanismus gegen Greenwashing eingebaut: Ohne Belege geht nichts. Alle Angaben müssen dokumentiert sein – und die Dokumente müssen aus dem echten Unternehmensalltag stammen und nicht extra fürs Rating zusammengestellt worden sein.
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Was das System weniger gut abbildet: Es ist stark auf produzierende Unternehmen ausgelegt. Dienstleistungsunternehmen beantworten mitunter Fragen, die für ihr Geschäftsmodell schlicht nicht relevant sind – ohne dass es eine Möglichkeit gibt, das zu erklären.
Diese Erfahrung haben wir bei Grubengold selbst gemacht
Wir, als Beratungsunternehmen, haben einen geringen Wasserverbrauch – ähnlich wie ein kleiner Haushalt. Dennoch wurden wir bei EcoVadis nach unserem Wasserverbrauch und den Maßnahmen zur Reduktion gefragt.
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Zusätzlich führt das Tool von EcoVadis, das nur Multiple-Choice-Fragen ermöglicht, zu Problemen, da es keine Möglichkeit gibt, Unwesentlichkeiten zu erklären. Es werden also Dinge abgefragt, die nicht wesentlich für ein Unternehmen sind (wie unser Wasserverbrauch), ohne die Möglichkeit, dies zu erläutern und somit zu einer fairen Bewertung zu gelangen.
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Es gibt also noch Raum für Verbesserungen und Anpassungen in Bezug auf die Fragebögen und die Flexibilität des Bewertungssystems von EcoVadis.
Alternativen zu EcoVadis
Es gibt andere Anbieter:innen – CDP, MSCI ESG Ratings, Sustainalytics, ISS ESG, GRI – aber sie ersetzen EcoVadis nicht. Sie bedienen andere Anforderungen und andere Zielgruppen.
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Wer von seinen Kund:innen EcoVadis gefordert bekommt, hat keine echte Alternative. Das ist kein Mangel des Systems – das ist die Realität des Marktes.
Fazit EcoVadis – wie entscheidest Du?
EcoVadis ist kein Trend – es ist für viele Unternehmen schlicht die Eintrittskarte in bestimmte Lieferketten. Wer das Rating noch vor sich hat, sollte früh mit der Dokumentation anfangen: Der Fragebogen ist machbar, aber er verlangt Vorbereitung.
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Ihr wollt den Prozess strukturiert angehen, ohne wertvolle Zeit zu verlieren? Wir begleiten Euch vom ersten Fragebogen bis zur Medaille. Hier mehr erfahren.
Unsere Experten
Christina Sopp
Christina ist Senior Beraterin für Nachhaltigkeit und Expertin für Nachhaltigkeitsstrategien, Wesentlichkeitsanalysen, Nachhaltigkeitsberichte und Nachhaltigkeitszertifikate. In ihrer Freizeit liebt sie Ballett und Musicals oder sie schwingt den Kochlöffel – klassische Gerichte von ihrer Oma werden heute natürlich vegetarisch gekocht.
Matthias Hoffmann
Matthias ist geschäftsführender Gründer von Grubengold und unterstützt Konzerne, KMUs und Start-ups bei der nachhaltigen Transformation und Entwicklung von Innovationen. Davor war er 5 Jahre für Innovationen im Vertrieb des Innogy SE Konzerns verantwortlich. Das kreative Denken zwischen Mathe, Psychologie und Betriebswirtschaft begleitet ihn seit dem Studium. Der passionierte Koch und ausgebildete Cocktailmixer ist am liebsten stolzer Vater.
