Transformationpfade #6 : Wirkung
in den letzten Wochen hat das sogenannte Omnibusverfahren rund um die CSRD für ordentlich Gesprächsstoff gesorgt. Plötzlich steht die Frage im Raum: Was passiert, wenn Berichtspflichten entschärft oder verschoben werden? Muss sich der Mittelstand dann überhaupt noch mit Nachhaltigkeit beschäftigen – und braucht es noch eine Wesentlichkeitsanalyse? Unsere Antwort ist klar: Ja, unbedingt.
Wenn ihr mehr über das Omnibus-Verfahren und die CO2-Bilanz erfahren wollt, dann meldet euch hier zu unserem Webinar am 29.04.2025 an.
Wesentlichkeitsanalyse & Wirkung
Eine Wesentlichkeitsanalyse ist kein Selbstzweck für den Bericht. Sie ist vor allem eins: ein Spiegel, um zu erkennen, wie ein Unternehmen wirklich wirkt – und wo es gezielt nachhaltiger wirtschaften kann. Und genau deshalb widmen wir uns in diesem Blogbeitrag einem Thema, das für uns bei Grubengold zentral ist – der Wirkung.
Denn genau darum geht es doch: Nicht nur zu berichten, was man tut, sondern zu verstehen, was dieses Handeln im Unternehmen, bei Mitarbeitenden, in Lieferketten und für Gesellschaft und Umwelt tatsächlich verändert.
Ein Beispiel: Vor ein paar Wochen saß Matthias in einem Strategie-Workshop bei einem unserer Kund:innenunternehmen. Gemeinsam diskutierten sie Ziele, Maßnahmen, Kennzahlen – das volle Nachhaltigkeitsprogramm. Und dann kam aus dem Team eine dieser simplen, aber kraftvollen Fragen: „Aber was verändert das eigentlich – außer, dass wir besser berichten können?“ Dieser Moment bringt es auf den Punkt.
Und genau darum geht es: Nachhaltigkeit ist mehr als gute Berichte – es geht um echte Veränderungen. Deshalb ist Wirkung für uns so zentral. Sie hilft Unternehmen dabei zu verstehen, was Nachhaltigkeit für sie ganz konkret bedeutet. Denn erst wenn klar ist, wie das eigene Handeln wirkt, wird auch deutlich, wo Nachhaltigkeit im Unternehmen ansetzen kann. Oder anders gesagt: Wer seine Wirkung kennt, weiß auch, was Nachhaltigkeit für das eigene Geschäftsmodell wirklich heißt.
Welche Rolle spielt die Wirkung bei den Projekten bei Grubengold?
Von Anfang an stellen wir uns bei Grubengold genau diese Fragen an den Anfang jeder Nachhaltigkeitsstrategie. Zum einen geht es um die Fragen: Wie wirkt ein Unternehmen bereits heute – entlang der Wertschöpfungskette, auf Mitarbeitende, Lieferketten, Kund:innen, Umwelt und Gesellschaft? Wo entfalten sich bereits positive Effekte – und wo schlummern (noch) blinde Flecken oder unbeabsichtigte Nebenwirkungen?
Zum anderen geht es um die aktive Gestaltung: Wie kommen wir überhaupt in die Wirkung? Wie gelingt es, dass Strategien nicht in Schubladen verschwinden, sondern echte Veränderung auslösen – sichtbar, messbar und spürbar?
Wirkung ist der Schlüssel, um Nachhaltigkeit im Unternehmen nicht als Pflicht, sondern als echte Gestaltungsaufgabe zu begreifen – unabhängig von regulatorischen Anforderungen. Unser Anspruch ist deshalb: Vom Plan ins Handeln – und vom Handeln in die Wirkung. Nicht Absicht zählt – sondern der Unterschied, den ein Unternehmen in der Welt macht.
Wesentliche Wirkungen – Wie wirkt unser Unternehmen wirklich auf die Welt?
Eine gute Nachhaltigkeitsstrategie braucht mehr als gute Absichten – sie braucht den Blick auf die tatsächliche und auch die potentielle Wirkung. Was verändert unser Unternehmen – im Positiven wie im Negativen?
Es geht nicht nur darum, negative Effekte zu reduzieren, sondern auch darum, gezielt dort anzusetzen, wo durch unternehmerisches Handeln wirklich etwas bewirkt werden kann.
Nicht alles hat die gleiche Wirkung – und genau darin liegt eine Chance: Wenn Unternehmen ihre Wirkungen besser verstehen, erkennen sie auch, wo Nachhaltigkeit im eigenen Geschäft am sinnvollsten ansetzt. Oft sind es die großen Hebel, die echte Veränderungen ermöglichen – etwa die Umstellung auf erneuerbare Energien, mehr Energieeffizienz in der Produktion oder nachhaltigere Lieferketten.
➡ Wer seine Wirkung kennt, weiß, wo es sich lohnt, anzupacken.
Wesentliche Wirkungen – der zentrale Maßstab
Wesentliche Wirkungen sind die konkreten Veränderungen, die ein Unternehmen durch sein Geschäftsmodell, seine Produkte, Prozesse und Entscheidungen verursacht. Sie zeigen, wo Nachhaltigkeit im Unternehmen tatsächlich relevant wird – jenseits von Checklisten oder ESG-Berichten.
Dabei geht es um zentrale Fragen wie:
- Welche direkten und indirekten positiven und negativen Auswirkungen hat unser Unternehmen auf Menschen, Umwelt und Gesellschaft?
- Was sind dabei die wichtigsten – also wirklich wesentlichen – Wirkungen?
- Und was bedeutet Nachhaltigkeit in unserem spezifischen Kontext wirklich?
Wo entsteht Wirkung? – Ein Blick entlang der Wertschöpfungskette
Wirkung zeigt sich in vielen Dimensionen – oft dort, wo wir nicht zuerst hinschauen:
- Produkt und Innovation: Wie verändert unser Produkt den Alltag der Nutzer:innen?
- Lieferkette: Wie wirken wir auf Arbeitsbedingungen, Umweltstandards oder lokale Gemeinschaften in vorgelagerten Prozessen?
- Mitarbeitende: Wie wirken Führung, Unternehmenskultur oder Arbeitsumfeld auf Gesundheit, Motivation und Wohlbefinden?
- Kund:innen: Welche Bedürfnisse erfüllen wir – und welche neuen Verhaltensweisen fördern oder verhindern wir damit?
- Umwelt: Welche Spuren hinterlassen wir – von Emissionen bis Ressourcenverbrauch?
- Gesellschaft & Politik: Tragen wir zu Teilhabe, Bildung, Gerechtigkeit bei – oder eher zur Verfestigung von Problemen?
Beispiel: Ein Unternehmen, das energieeffiziente Heizsysteme verkauft, wirkt nicht nur ökologisch (CO₂-Einsparung), sondern auch sozial (Zugang zu bezahlbarer Wärme) und wirtschaftlich (Kosteneinsparungen bei Kund:innen).
Wirkung ist nicht gleich Aktivität – eine wichtige Unterscheidung
Für das Thema “Wirkung” schauen wir mit Unternehmen eigentlich gar nicht nur auf richtige Wirkungen und Impacts, sondern auch schon auf Effekte und Outputs. Um aber zu entscheiden, welche der Wirkungen wirklich wesentlich sind, kann geschaut werden, wo Wirkung eigentlich beginnt. Viele Unternehmen verwechseln die alleinigen Aktivitäten mit Wirkung. Doch echte Wirkung beginnt dort, wo sich etwas verändert: im Denken, Handeln oder in der Lebensrealität von Menschen.
Die sogenannte Wirkungstreppe hilft dabei, diese Unterscheidung sichtbar zu machen. Erst ab Stufe 4 – wenn Zielgruppen ihr Bewusstsein, ihre Fähigkeiten oder ihr Verhalten verändern – sprechen wir von echter Wirkung. Alles darunter (z. B. Angebotsreichweite) sind wichtige Voraussetzungen, aber noch keine Wirkung im eigentlichen Sinne.
➡ Wirkung ist der Unterschied, den wir machen – nicht das, was wir tun.
Wie machen wir Wirkung sichtbar? – Tools und Reflexionshilfen
Damit Wirkung nicht abstrakt bleibt, helfen systematische Werkzeuge:
- Impact Map: Ein strukturiertes Tool zur Erfassung der Wirkungen in verschiedenen Dimensionen – ideal für interdisziplinäre Teamworkshops und als Vorbereitung auf die Inside-Out-Perspektive der Wesentlichkeitsanalyse. Hier gilt zu beachten, dass nicht nur Wirkungen im eigentlichen Sinne gesammelt werden, sondern allgemeine Auswirkungen, die das Unternehmen auf seine gesamte Umwelt, also Mensch und Natur, hat.
- Wesentlichkeitsanalyse nach ESRS: Sie betrachtet doppelte Wesentlichkeit – also sowohl die Wirkung des Unternehmens auf die Welt (Inside-Out) als auch die Auswirkungen von Nachhaltigkeitsthemen auf das Unternehmen (Outside-In).
- Stakeholder-Dialoge und Reflexionsleitfäden: helfen, blinde Flecken aufzudecken und neue Perspektiven einzubeziehen.
Wenn ihr mehr über die Wesentlichkeitsanalyse und die Impact Map erfahren, dann schaut unbedingt hier vorbei.
Fazit zum Thema Wirkung von Unternehmen
Wirkung ist mehr als ein Reporting-Tool – sie ist der Kompass für echte Veränderung. Auch wenn regulatorische Pflichten wie im Omnibusverfahren ins Wanken geraten: Nachhaltigkeit ist und bleibt kein Nice-to-have. Denn wer seine Wirkung kennt, versteht, wo und wie das eigene Handeln wirklich etwas bewegt – im Unternehmen, bei Mitarbeitenden, in der Lieferkette und darüber hinaus.
Deshalb ist auch die Wesentlichkeitsanalyse weit mehr als ein Pflichtdokument. Sie zeigt auf, wo unternehmerisches Wirken ins Positive kippt – und wo noch Nachbesserungsbedarf besteht. Wirkung bedeutet: nicht nur tun, sondern auch verändern. Genau hier setzen wir bei Grubengold an – mit Strategien, die nicht in der Schublade verschwinden, sondern den Unterschied machen. Vom Plan ins Handeln – und vom Handeln in die Wirkung.