Das ABC der Nachhaltigkeit: Wichtige Begriffe & Definitionen

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Glossar Nachhaltigkeit

Warum ein klares Verständnis der Nachhaltigkeitsbegriffe entscheidend ist

Fast täglich treffen wir in der Welt der Nachhaltigkeit auf neue Abkürzungen und Fachtermini – von ESG über CSRD bis VSME. Hinter diesen Begriffen verbirgt sich jedoch mehr als bloße Bürokratie: Sie repräsentieren die Sprache, mit der heutzutage Vertrauen zu Banken, Kunden und Partnern aufgebaut wird. Wir erklären in diesem Glossar die zentralen Begriffe aus der Nachhaltigkeitswelt einfach verständlich und mit Bezug zur Praxis.

Das ABC der Nachhaltigkeit: Die wichtigsten Begriffe im Überblick

A – Der Anfang für Dein Nachhaltigkeits-Wissen

Agenda 2030

Die Agenda 2030 ist ein globaler Aktionsplan der Vereinten Nationen für die Menschen, den Planeten und den Wohlstand. Ihr Herzstück sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals = SDGs), die ökonomische, ökologische und soziale Aspekte weltweit harmonisieren sollen.

Auswirkung (Impact)

Im Kontext der Nachhaltigkeitsberichterstattung beschreibt die „Auswirkung“ die positiven oder negativen Effekte, die ein Unternehmen durch seine Geschäftstätigkeit auf die Umwelt, die Gesellschaft oder die Wirtschaft hat. Man unterscheidet hier oft zwischen tatsächlichen und potenziellen Auswirkungen.

Anthropozän

Ein Begriff, der das aktuelle Erdzeitalter beschreibt, in dem der Mensch zum wichtigsten Einflussfaktor auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse der Erde geworden ist. In der Nachhaltigkeit dient er oft als Begründung für die Dringlichkeit des Handelns.

B – Von Zertifikaten bis zur Vielfalt

B Corp (Certified B Corporation)

Eine Zertifizierung für Unternehmen, die freiwillig hohe Standards bei sozialer und ökologischer Leistung, Rechenschaftspflicht und Transparenz erfüllen. Weltweit gehören inzwischen über 9.000 zur B Corp Community. Bei Grubengold sind wir seit 2022 Zertifizierung, unsere B Corp-Rezertifizierung haben wir in 2025 erfolgreich abgeschlossen.

Berichterstattung (Sustainability Reporting) 

Die transparente Offenlegung der ESG-Leistungen (Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte) eines Unternehmens seinen Stakeholdern gegenüber. Es gibt verschiedene Standards in der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Am besten bekannt sind wohl GRI, VSME und CSRD / ESRS.

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Biodiversität

Die Vielfalt des Lebens auf der Erde. Ihr Schutz ist eine der wichtigsten ökologischen Säulen der Nachhaltigkeit.

 

C – Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und neue Standards

CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism)

Ein CO₂-Grenzausgleichsmechanismus der EU, der den Preis für importierte CO₂-intensive Waren an den Preis des europäischen ETS (EU-Emissionshandel) koppelt, um eine Verlagerung der Produktion zu vermeiden. Ab 1. Januar 2026 startet die sogenannte Implementierungs- und Bepreisungsphase von CBAM offiziell.

Circular Economy (Kreislaufwirtschaft) 

Ein Wirtschaftsmodell, das darauf abzielt, Produkte, Materialien und Ressourcen so lange wie möglich im Kreislauf zu halten, um Abfall und den Verbrauch neuer Ressourcen zu minimieren.

CO₂-Fußabdruck (Corporate Carbon Footprint – CCF)

 

Die Gesamtmenge an Treibhausgasemissionen, die direkt und indirekt durch die Aktivitäten eines Unternehmens über einen bestimmten Zeitraum verursacht werden. Ein CCF zeigt Dir, wie viel Treibhausgase Euer Unternehmen durch die eigene Geschäftstätigkeit verursacht.

CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive)

Eine EU-Richtlinie, die weitaus mehr Unternehmen als zuvor zur detaillierten und standardisierten Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet.

D – Von der CO₂-Reduktion zur doppelten Perspektive

Dekarbonisierung

Der Prozess der Reduktion von CO₂-Emissionen, insbesondere aus fossilen Brennstoffen, mit dem Ziel, eine klimaneutrale Wirtschaft zu erreichen.

DNK (Deutscher Nachhaltigkeitskodex)

Ein nationaler Transparenzstandard, der Unternehmen eine einfache Struktur zur freiwilligen Offenlegung ihrer Nachhaltigkeitsleistung bietet und der nun auch Module zur Unterstützung der VSME-Berichterstattung anbietet. 

Hinweis: DNK-Berichte können nur noch bis zum 30.11.2026 in der bestehenden Datenbank eingereicht werden.

Double Materiality (Doppelte Wesentlichkeit)

Das Konzept der CSRD, bei dem sowohl die finanziellen Auswirkungen von Nachhaltigkeitsthemen auf das Unternehmen als auch die Auswirkungen des Unternehmens auf Umwelt und Gesellschaft bewertet werden müssen. Die doppelte Wesentlichkeit ist ein zentrales Element der CSRD / ESRS.

E – Ratings, Richtlinien und europäische Standards

EcoVadis

Ein weltweit anerkanntes Nachhaltigkeits-Rating-System, das die ESG-Leistung von Lieferketten in den Bereichen Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik und nachhaltige Beschaffung bewertet.

Das Besondere an der EcoVadis Bewertung ist, dass Medaillen nicht anhand der absoluten Punktzahl vergeben werden, sondern im Vergleich mit allen bewerteten Unternehmen in der Datenbank in den letzten 12 Monaten.

EFRAG (European Financial Reporting Advisory Group)

Die private Expertengruppe der EU-Kommission, die die technischen Entwürfe der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) für die CSRD entwickelt.

EmpCo 

Eine EU-Richtlinie, die Verbraucher:innen besser vor Greenwashing und irreführenden sozialen oder ökologischen Aussagen schützen soll. EmpCo ist dabei die Abkürzung für “Empowering Consumers for the Green Transition”.

EPD (Environmental Product Declaration) 

Eine standardisierte, unabhängig verifizierte Dokumentation, die die quantifizierten Umweltauswirkungen eines Produkts über seinen gesamten Lebenszyklus transparent darstellt. Eine EPD geht über einen klassischen Product Carbon Footprint (PCF) hinaus. Sie zeigt zusätzlich, welche weiteren Umweltwirkungen ein Produkt hat, etwa wie stark es die Ozonschicht, Böden oder Gewässer belastet.

ESG (Environmental, Social, Governance)

Der Rahmen zur Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung eines Unternehmens in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung.

ESRS (European Sustainability Reporting Standards)

Die verbindlichen Standards, die festlegen, wie Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung gemäß der CSRD zu erstellen haben.

ETS (Emissionshandelssystem) 

Das zentrale Instrument der EU-Klimapolitik, das den Handel mit Treibhausgasemissionszertifikaten regelt, um eine kosteneffiziente Reduktion zu erreichen.

EUDR (EU Deforestation Regulation) 

Eine EU-Verordnung, die Unternehmen verpflichtet, über die Lieferkette nachzuweisen, dass bestimmte Rohstoffe (z. B. Kaffee, Holz, Soja) nicht zur Entwaldung beigetragen haben und rechtskonform sind.

Hinweis: Ende 2025 wurden die Fristen für die EUDR erneut verschoben. Große und mittlere Unternehmen müssen die Regeln erst ab dem 30. Dezember 2026 anwenden, während kleine und Kleinstunternehmen nochmals sechs Monate länger Zeit haben, bis zum 30. Juni 2027.

G & H – Berichtsstandards, Glaubwürdigkeit und positive Wirkung

GRI (Global Reporting Initiative)

Einer der weltweit am häufigsten verwendeten, impactbasierten Rahmenwerke für die Nachhaltigkeitsberichterstattung, das Unternehmen bei der Offenlegung ihrer Auswirkungen unterstützt. Der GRI-Standard eignet sich für Unternehmen und Organisationen aller Größen und Branchen.

Greenwashing

Irreführende Kommunikation von Unternehmen über ihre Umweltfreundlichkeit oder Nachhaltigkeitsbemühungen, die eine bessere ökologische Leistung vortäuscht, als tatsächlich vorhanden ist.

Handabdruck

Bezeichnet die positiven Auswirkungen von Produkten, Dienstleistungen oder Handlungen, die nicht nur die eigene Umweltbilanz verbessern, sondern auch anderen ermöglichen, ihre ökologischen Fußabdrücke zu verringern.

L, N, O & P – Von der globalen Lieferkette bis zum CO₂‑Fußabdruck am Produkt

Lieferkettengesetz (LkSG)

Das deutsche Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten zur Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden in globalen Lieferketten.

Hinweis: Im Herbst 2025 wurde in der Koalition entschieden, das LkSG im Zuge der Umsetzung der europäischen Lieferkettenrichtlinie CSDDD abzuschaffen. Die jährlichen Berichtspflichten entfallen, bis die CSDDD implementiert wird.

Lean Sustainability Framework (LSF)

Ein pragmatisches Framework, um die Komplexität der nachhaltigen Transformation zu reduzieren und eine systematische Nachhaltigkeitsstrategie und Implementierung zu gewährleisten. Das LSF könnt ihr kostenlos herunterladen und für Euer eigenes Unternehmen ausfüllen.

NFRD (Non-Financial Reporting Directive) 

Die Vorgängerrichtlinie der CSRD, welche erstmals große, kapitalmarktorientierte Unternehmen zur Offenlegung bestimmter nicht-finanzieller Informationen verpflichtete. Die NFRD wurde am 05.01.2023 offiziell von der CSRD abgelöst.

Hinweis: Im Herbst 2025 wurde in der Koalition entschieden, das LkSG im Zuge der Umsetzung der europäischen Lieferkettenrichtlinie CSDDD abzuschaffen. Die jährlichen Berichtspflichten entfallen, bis die CSDDD implementiert wird.

Omnibus-Verfahren (EU)

Ein vereinfachendes EU-Gesetzgebungspaket, das darauf abzielt, bürokratische Hürden bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsberichts- und Sorgfaltspflichten für Unternehmen zu reduzieren.

Product Carbon Footprint (PCF) 

Die Gesamtmenge an Treibhausgasemissionen, die entlang des gesamten Lebenszyklus eines einzelnen Produkts, von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung, entsteht. Der PCF bezieht sich auf ein einzelnes Produkt oder eine Produktgruppe.

R und S – Impact-Messung, Wettbewerbsfähigkeit und Stakeholder

Return on Impact (ROI)

Eine Kennzahl, die den messbaren, langfristigen Nutzen (ökologisch, sozial und finanziell) einer Nachhaltigkeitsinvestition quantifiziert, um deren strategischen Wert zu belegen.

SBTN (Science Based Targets for Nature) 

Ein Rahmenwerk, das Unternehmen wissenschaftlich fundierte Wege aufzeigt, um ihre Auswirkungen auf die Natur (Land, Wasser, Biodiversität) zu bewerten, Ziele zu setzen und Maßnahmen zu ergreifen.

SCGs (Sustainable Competitiveness Goals) 

Ein Konzept, das die 17 SDGs mit unternehmerischen Zielen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit verknüpft, um Nachhaltigkeit als Werttreiber zu etablieren.

Science Based Targets (SBTs)

Wissenschaftlich fundierte Klimaziele, die festlegen, um wie viel und wie schnell Unternehmen ihre Treibhausgasemissionen reduzieren müssen, um die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen. Das übergeordnete Ziel der Science-Based Targets ist die sogenannte „Netto-Null“ (Net-Zero Strategie).

Scope 3 Emissionen

Indirekte Treibhausgasemissionen eines Unternehmens, die aus der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette stammen und für viele Unternehmen den größten CO₂-Fußabdruck darstellen.

Stakeholder-Dialog

Der systematische Austausch mit relevanten Anspruchsgruppen zur Identifizierung von Wesentlichkeitsthemen und zur Gestaltung der Nachhaltigkeitsstrategie.

Stop-the-Clock

Eine EU-Richtlinie, die die Fristen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) und die Sorgfaltspflichten in Lieferketten (CSDDD) verschiebt, um Unternehmen bürokratisch zu entlasten und die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu stärken.

T, V & W – Nachhaltiger Wandel und Berichtsstandards für den Mittelstand

Taxonomie (EU-Taxonomie)

Ein EU-Klassifikationssystem, das Kriterien definiert, wann eine Wirtschaftstätigkeit als ökologisch nachhaltig gilt.

Transformation

Der tiefgreifende, strategische und kulturelle Wandel in Unternehmen und Geschäftsmodellen hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft innerhalb der planetaren Grenzen.

VSME (Voluntary Sustainability Reporting Standard for non-listed small and medium sized enterprises)

Ein freiwilliger Berichtsstandard für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), der als vereinfachter Rahmen für die Offenlegung von ESG-Daten dient. Ziel des VSME ist es, eine europaweit einheitliche Grundlage für die Nachhaltigkeitsberichterstattung kleiner und mittlerer Unternehmen zu schaffen.

Wesentlichkeitsanalyse

Der Prozess, in dem ein Unternehmen die relevantesten Nachhaltigkeitsthemen für sich und seine Stakeholder identifiziert, die in der Berichterstattung berücksichtigt werden müssen.

Wertschöpfungskette

Die gesamte Bandbreite an Aktivitäten, die erforderlich sind, um ein Produkt oder eine Dienstleistung zu erzeugen, von der Beschaffung über die Produktion bis zur Entsorgung.

Fazit: Von der Definition zur Umsetzung in Deinem Unternehmen

Begriffe zu kennen ist der erste wichtige Schritt, um in der Welt der Nachhaltigkeit sprechfähig zu werden. Doch die wahre Stärke entsteht dort, wo Wissen in Handeln umschlägt. Damit Du nicht bei der Theorie stehen bleibst, unterstützen wir Dich auf verschiedenen Ebenen dabei, Dein Unternehmen zukunftssicher und glaubwürdig aufzustellen.

  • Tiefer einsteigen: Du willst nicht nur Definitionen lesen, sondern direkt in die Praxis eintauchen? In unseren regelmäßigen kostenlosen Webinaren gehen wir weit über die Theorie hinaus. 
  • Fokussiertes Wissen: Wenn Du zu einem spezifischen Thema (wie z. B. der Wesentlichkeitsanalyse oder der Treibhausgasbilanzierung) in kurzer Zeit tiefes Expertenwissen aufbauen möchtest, sind unsere Fachseminare das Richtige für Dich. An nur einem Tag erarbeitest Du Dir das nötige Wissen für Deine nächsten Schritte.
  • Die Rundum-Qualifikation: Du möchtest die Verantwortung für Nachhaltigkeit in Deinem Unternehmen übernehmen? In unserer 10-wöchigen Masterclass lernst Du wirklich alle Werkzeuge kennen, die Du als Nachhaltigkeitsmanager:in brauchst.

 

Unsere Experten

Christina Sopp

Christina ist Senior Beraterin für Nachhaltigkeit und Expertin für Nachhaltigkeitsstrategien, Wesentlichkeitsanalysen, Nachhaltigkeitsberichte und Nachhaltigkeitszertifikate. In ihrer Freizeit liebt sie Ballett und Musicals oder sie schwingt den Kochlöffel – klassische Gerichte von ihrer Oma werden heute natürlich vegetarisch gekocht.

Matthias Hoffmann

Matthias ist geschäftsführender Gründer von Grubengold und unterstützt Konzerne, KMUs und Start-ups bei der nachhaltigen Transformation und Entwicklung von Innovationen. Davor war er 5 Jahre für Innovationen im Vertrieb des Innogy SE Konzerns verantwortlich. Das kreative Denken zwischen Mathe, Psychologie und Betriebswirtschaft begleitet ihn seit dem Studium. Der passionierte Koch und ausgebildete Cocktailmixer ist am liebsten stolzer Vater.

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